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Amateurfunk D-Star Digitale Betriebsarten Hotspots

Hotspot fernsteuern Teil 1: D-Star

Die Möglichkeit, einen Hotspot mit dem Funkgerät fernzusteuern ist zwar nicht neu, aber viele mir bekannte OM kennen diese Möglichkeiten nicht. Was ist zu tun?

Ich benutze für D-Star einen Openspot1, das funktioniert aber auch mit anderen Openspot Modellen oder auch mit Pi-Star basierten Hotspots, die ja sehr verbreitet sind. Grundvoraussetzung ist natürlich: Der Hotspot ist fertig konfiguriert in Betrieb, im D-Star Modus empfangsbereit, und auch in der Lage, sich mit Reflektoren wie zum Beispiel DCS001, Deutschland zu verbinden.

Die Steuerung des Hotspots (oder auch eines Repeaters) erfolgt bei D-Star mit der DR-Funktion und dem Feld „To“, welches das Ziel des Anrufes vorgibt. Dies kann bei einem gezielten Anruf das Rufzeichen eines OM oder auch das Rufzeichen eine Repeaters sein. Oder es ist ein Befehl, den Hotspot mit einem Reflektor zu verbinden. Also das Ganze Schritt für Schritt:

Icom ID-52E
  1. Mit der Schaltwippe auf dem Funkgerät in den DR-Modus wechseln (etwas länger auf DR drücken).
  2. Den eigenen Hotspot auswählen, den man vorher in die DR-Memory-Liste eingefügt hat (dies ist mit der Icom Software möglich).
  3. Dann das Feld „To“ aktivieren (Schaltwippe). Es ist dann so blau hinterlegt, wie auf dem Foto zu sehen.
  4. Den Bestätigungsknopf in der Mitte drücken, es erscheint ein Menue „TO SELECT“
  5. „Link to Reflector“ wählen, anschließend „Direct Input“ und man kann über den Kanalwahlschalter und die Wippe nach rechts die Reflektoren und Module auswählen. Zur Auswahl stehen DCS, XRF, REF und XLX Als Beispiel wähle ich „XLX021B“, dies ist der D-Star Einstieg in den Multimoderaum des Pegasus Projektes. Nach Bestätigung mit der Enter Taste in der Mitte wird die Einstellung in das „To“ Feld übernommen. Nun die Sende Taste drücken und wieder los lassen und der Hotspot wird sich aus dem bisherigen Reflektor ausloggen und in den neuen Reflektor einbuchen. Beim Openspot wird dies auch im Funkgerät per Sprache bestätigt.
  6. Nun noch das „To“ Feld mit Drücken der Enter Taste (Mitte) wieder auf „Local CQ“ setzen und bestätigen. Dann steht wieder „CQCQCQ“ im „To“ Feld und dies ermöglicht nun Funkgespräche direkt an den Reflektor.

Interessant ist es nun, sich einen Überblick über die passenden Reflektoren zu verschaffen. Das Angebot ist riesig, angefangen bei Europa, Deutschland und regionalen Reflektoren über Themen Reflektoren, Echo-Funktionen und natürlich diverse Multimode-Reflektoren, in denen man sich mit OM mit anderen Betriebsarten die DMR oder C4FM treffen kann. Pegasus ist nur einer davon, es gibt diverse weitere Möglichkeiten.

Hier mal ein Link auf eine XLX Reflektorenliste. Sehr bekannt sind auch die Reflektoren des DCS Netzwerkes.

Dies soll nur eine kleine Einführung in die Funktion sein. Mit Hilfe der Icom Software kann man sich unter „Digital > Your Call-Sign“ eigene Reflektoren als Befehle hinterlegen und die dann mit dem oben beschriebenen Menue aufrufen und damit den Hotspot (oder Repeater) sehr komfortabel und ohne Zugriff auf den Hotspot via PC steuern. Einen vergleichbaren Komfort bietet nur noch Yaesu mit den Wires-X Befehlen, die übrigens auch auf einem Pi-Star oder Openspot Hotspot funktionieren. Dies wird aber ein neuer Artikel.

Viel Spaß beim Ausprobieren und viele neue schöne Verbindungen.

73, Uwe – DL2UL

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Amateurfunk Zubehör

LiFePo Akkus betreiben nicht nur Funkgeräte

Eine schöne Anwendung für Funkamateure, die in ihrem Bestand Akkus für den portablen Einsatz haben, z. B. LiFePo4 Akkus. Mit Einsatz eines Step-Down Konverters wird es möglich, mit einem 12 Volt Akku auch Geräte mit 5 Volt oder einen mobilen Lötkolben mit 9 Volt mobil zu betreiben. Man kann also auch sein Handy nebenbei laden oder andere Anwendungen betreiben.

Die Schaltungen mit USB-Port sind für kleines Geld bei Amazon erhältlich. Der Tipp stammt allerdings nicht von mir sondern von Arthur, DL2ART, dessen Video ich hier verlinke.

Ich habe das nachgebaut und erfolgreich in Betrieb genommen. Lohnt sich. 73, Uwe – DL2UL

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Amateurfunk D-Star Digitale Betriebsarten Meinung

Fast unbegrenzte Möglichkeiten: Kenwood TH-D74e

Das Gerät ist schon mindestens zwei Jahre auf dem Markt, ich habe es mir auf der HamRadio 2019 angesehen und erst mal gedanklich an die Seite gelegt. Sehr teuer, relativ klobig, D-Star obwohl die Trends gerade C4FM und DMR waren. Nun sind wir mehr als ein einhalb Jahre weiter und die digitalen Betriebsarten haben nebeneinander ihre Zielgruppen gefunden. Die engagierten Gruppen, die sich um die Netzwerke bemühen, haben alle drei Betriebsarten mittlerweile in zahllosen Räumen und Reflektoren verknüpft. Auch D-Star bildet weiterhin eine aktive Nutzergemeinde, sicherlich auch dank eines Funkgerätes, wie das Kenwood TH-D74e.

Das Gerät spricht gleich mehrere meiner Interessenfelder an wie FM-Releaisbetrieb, D-Star, APRS und Kurzwellenempfang. Ich finde es mehr als erstaunlich, derartig viele Funktionen in einem Handfunkgerät unterzubringen. Das Funkgerät ist dabei sehr solide und wertig aufgebaut und liegt gut in der Hand. Es ist natürlich kein kleines Gerät, deutlich größer als das FT3D von Yaesu und vergleichbar mit einem Motorola DP4801e.

Das TH-D74e ist im Internet sehr gut beschrieben und dokumentiert. Ich empfehle folgende Quellen:

Über den Preis werde ich nichts sagen, das muss jeder für sich entscheiden. Etwas ärgert mich allerdings auch bei Kenwood, wie bei Icom und Yaesu, die überzogenen Preise für Akkus. Das ist bei Kenwood mehr als grenzwertig.

73, Uwe -DL2UL

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Amateurfunk Veranstaltungen

HamRadio 2019 – unverhofft am Bodensee

Einige Jahre war ich nun zwischenzeitlich nicht mehr bei der HamRadio und auch in diesem Jahr ließ die private Urlaubsplanung und das QRL eigentlich keinen Besuch zu. Dies galt so lange, bis meine XYL mir in den Wäldern von Südschweden eröffnete, dass Sie da schon mal ein Hotel am Bodensee für nächsten Freitag – Sonntag reserviert hätte und auch eine Online Mehrtageskarte schon mal gebucht hat. Große Freude, Umdisposition im QRL war möglich und so traf ich am Freitag Abend im Jägerhaus ein, wo sich schon jede Menge Funkamateure einquartiert hatten. Die Menschen am Bodensee kennen das schon, die Typen mit den ganzen Antennen auf den Autos.

Meine Messe Eindrücke

Nun, ich fange mal damit an, dass alles sich irgendwie kleiner anfühlt als noch vor vier Jahren, im Nachgang zeigte sich auch, dass der DARC heute ca. 14.000 Besucher als Erfolg wertet. Das waren bei meinem letzten Besuch noch 17.000 und auch die schöne Messeparty mit live Band gibt es schon lange nicht mehr.

Inhaltlich hat mir die Messe trotzdem wieder sehr viel Spaß gemacht. Viele informative Stände, und natürlich auch diverse Händler, wo man eigentlich immer etwas zum Spielen findet. Es schien so, dass ein Handfunkgerät ohne Bluetooth Schnittstelle tendenziell unverkäuflich ist und insbesondere die Geräte mit der Markenbezeichnung Anytone in der neuesten Ausgabe mit Bluetooth und wieder sehr umfassender Ausstattung wohl das Messemitbringsel waren. Auch wurde von dieser Marke ein sehr umfassend ausgestattetes Mobilfunkgerät vorgestellt, welches wohl im Spätsommer verfügbar sein soll. Zwischenzeitlich kann man auch jede Menge der neuen Anytone 878 Geräte im Brandmeisternetz hören. Auch Yaesu hatte sein neues FT3DE am Stand zum Ausprobieren, leider ist das Gerät noch nicht verfügbar, es machte für mich einen sehr guten Eindruck. Bei Licht betrachtet, ist der Unterschied zum FT2DE allerdings nicht so groß: Bluetooth und ein sehr gutes Farbdisplay machen den Unterschied.

Sehr interessant war auch der AMSAT Vortrag zum EsHail-Projekt, dem ersten geostationären Satelliten für Funkamateure. Hier kann ich nur staunen, wie die Funkamateure der AMSAT es hinbekommen haben, dass dieses Projekt nun im All für Funkamateure zur Verfügung steht.

Nicht fehlen durfte auch ein Ballonstart, der von Ralf Wilke, DF3WR sehr professionell moderiert wurde. Die Nutzlasten konnten über APRS.FI sehr lange verfolgt werden. Auch einen Flohmarkt gab es wieder, jetzt bin ich nicht so der Flohmarkt-Fan, vieles machte auf mich den Eindruck, dass hier Elektroschrott zu hohen Preisen entsorgt werden sollte. Interessant war der Stand mit den Funkamateuren aus dem Fernschreiber Projekt i-telex.net, die mit viel Engagement alte Fernschreiber mit Internet- und Funktechnik koppeln und die Geräte wieder zum Leben erwecken.

Der Sonntag war dann noch mal ein Tag, an dem es sehr viel ruhiger war, leider ist es noch immer so, dass diverse Aussteller dann schon abbauen, was nich nicht fair finde, wenn man eine drei Tages Karte verkauft. Wenn der dritte Tag so schwach ist, dann sollte man klare Linie fahren und die Messe nur Freitag und Samstag anbieten, denn auch auf der DARC Bühne war Sonntag fast nichts.

Fazit

Es war über alles ein schöner Besuch auf der HamRadio, den ich auch sicher wiederholen möchte. Viele interessante Entwicklungen, gute Vorträge und viele Gespräche mit Funkamateuren, die man sonst nur über Funk hört. Zum Schluss darf auch eine kleine persönliche Bildergalerie nicht fehlen.

73, Uwe – DL2UL