Betriebsarten im Digitalfunk. Ein sehr persönlicher Vergleich.

Digitaler Funk auf UKW beschäftigt mich jetzt nun schon viele Jahre. Beginnend mit D-Star über DMR zu C4FM. In diesem Artikel schreibe ich meine persönlichen Gedanken zu den Betriebsarten auf.

D-Star: Die ersten D-Star-Geräte von Icom waren aus meiner Sicht eine teure Zumutung. Ich hatte damals das Glück, ein Gerät gebraucht zu erwerben. Die Relaisinfrastruktur war in unserer Gegend lange Zeit nicht vorhanden und die Akzeptanz im OV bis heute praktisch gleich null. Erst mit der Gerätegeneration ID 31 und ID51 wurde D-Star benutzbar, ergänzt um die erste Hotspotlösungen, den DV4 Mini sowie das DV-Megaboard. Bis heute läuft D-Star bei mir so mit über das DV-Megaboard, eine der aus meiner Sicht besten und stabilsten Hotspotlösungen, die übrigens nicht nur D-Star kann.

DMR und C4FM erreichten mich ziemlich gleichzeitig. C4FM basiert auf Yaesu-Geräten und als mein OV Romeo 10 sich entschlossen hatte, ein C4FM Relais aufzubauen (DO0DNR), gab es sehr viele OM, die sich ein C4FM fähiges Gerät zulegten. Die absolut meisten dieser Geräte habe ich im Betrieb auf unseren Relais im Bereich Mönchengladbach und Viersen nie gehört. Wenn man die Kostenhürde der Geräte von Yaesu überspringt und sich ein Gerät gekauft hat, ist man im Vergleich zu DMR und D-Star sehr schnell qrv und hat erste Gespräche. Einfach das Rufzeichen in das Gerät eingeben und lost geht es. Die wesentlichen Netzwerkinfrastukturen sind das Wires-X Netz von Yaesu sowie das Fusion Netz.

Das Relais DB0KX auf 438.400 MHz ist dabei an das Fusion Netz angebunden und ist gleichzeitig über Wires X in einem speziellen Raum (dem DB0KX-Room) mit dem Relais DO0DNR verbunden. Diese Anbindung hat Vor- und Nachteile und ist in der Digitalfunkgemeinde umstritten. Wenn man die Relais DO0DNR oder DB0KX anspricht, ist die Aussendung in der Regel auch auf dem jeweils anderen Relais zu hören. Gleichzeitig kann man das Relais DO0DNR auch über Wires X Befehle steuern und in andere Räume verlinken, weil es ein reinrassiges Wires X Relais ist. Auch ist es möglich, von anderen Wires X Relais in den DB0KX-Room zu linken und ist dann sofort auf DO0DNR und DB0KX zu hören. Das ist z. B. sehr schön, wenn man in DL unterwegs ist, ein fremdes C4FM Relais in Reichweite hat und dieses dann mit DB0KX-Room verlinken kann. Allerdings über DB0KX dann auch im Fusion Netz. Dies kann zu unerwünschten Schleifen führen.

Segen und Fluch ist der „Deutschland-Raum“ im Fusion Netz FCS101 in dem viele C4FM Relais geparkt sind. Großartig ist natürlich, dass man DL-weit qrv ist, wenn man sein Funkgerät auf die Relaisfrequenz von DB0KX oder DO0DNR einstellt. Nicht so schön ist, dass jede Menge Lokalfunk dann über alle deutschen angebundenen Relais ausgestrahlt wird. In C4FM ist allerdings der Traffic nicht besonders groß daher ist das in der Praxis kein großes Problem.

Fazit: C4FM ist eine sehr einfache Betriebsart und für Einsteiger gut geeignet, man kommt schnell zum QSO-Erfolg und das ist schon mal eine gute Sache. Die Möglichkeiten im Wires X Netz sind sehr umfangreich, weltweiter Betrieb problemlos möglich. Die Akzeptanz bei den Funkamateuren ist aber in meiner Wahrnehmung begrenzt. Ich bin täglich im Auto in C4FM qrv im Ruhrgebiet und im Rheinland und die Anzahl der QSOs kann ich abzählen. Dies liegt aus meiner Sicht an den sehr hohen Gerätepreisen von Yasesu. Auch die Pflege der Geräte im Rahmen von Softwareupdates ist nicht gerade benutzerfreundlich. Auch in C4FM stellt die Einarbeitung und das Wissen um die Funktionen eine, wenn auch im Vergleich zu DMR geringere, Hürde dar.

DMR ist dagegen eine völlig andere Bestie. Besonders interessant: DMR stellt uns auf einer Frequenz zwei nutzbare Kanäle (Zeitschlitze oder timeslots) zur Verfügung. Damit können gleichzeitig zwei Gespräche auf einer Frequenz laufen, die sich nicht stören.

Mit Aufkommen der China-Geräte wie z. B. Retevis RT-3 oder Tytera MD-380 (baugleich) und anderen wurde die Geldhürde sehr niedrig. Dies führt zu einer massenhaften Verbreitung von Geräten und zur Zeit einem erheblichen User-Zuwachs. Auch bei uns im OV hat fast jeder so ein Gerät.

Bei den meisten DMR-Geräten ist es weiterhin so, dass die Geräte für Betriebsfunk konzipiert sind. Was bedeutet das? Die Geräte sollen von Leuten benutzt werden, die von Funk keine Ahnung haben. Also wird jede Funktion in so einem Gerät programmiert. Mal eben eine Frequenz eingeben: Fehlanzeige. Die muss programmiert sein. Dies geschieht mit einem PC-Programm (CPS genannt) und der dabei auf das Funkgerät übertragene Datensatz nennt sich Codeplug.

Für praktisch alle verbreiteten Geräte findet man fertige Codeplugs im Netz. Damit kann man dann gleich loslegen, sobald man seine DMR-ID beantragt und erhalten hat. Diese muss im Codeplug hinterlegt werden. Das DMR-Gerät funkt dann entweder simplex wie in FM von Gerät zu Gerät oder zu einem Relais. Die Programmierung mit Codeplug ist für Funkamateure gewöhnungsbedürftig. Wir sind Geräte gewohnt, bei denen man einfach mal schnell eine Frequenz eingibt und dann funken kann. Dies ist bei den meisten DMR-Geräten zur Zeit nicht möglich. Achtung: Ein DMR Gerät zu kaufen ohne das passende Programmierkabel und die passende Software (CPS) ist ein Fehlkauf und führt zu Frust. Mit den Ailunce HD1 ist gerade ein erstes Gerät auf dem Markt erschienen, welches für Funkamateure konzipiert  und auch ohne Programmierung bedienbar ist.  Ein interessanter Videobeitrag dazu findet sich hier.

Die Einbindung der Relais in einem  DMR-Netzwerk ist das Salz in der Suppe.  Dies ist in DL vor allem das Brandmeister Netzwerk oder das DMR-Plus Netzwerk. Diese Netzwerke erst bringen erst den Spaß, weil damit (wie in C4FM) weltweite Verbindungen möglich sind. Ich halte das DMR-System (insbesondere das Brandmeister Netz) für allerdings deutlich strukturierter und leistungsfähiger als die C4FM Netze.  Es kann mehr, und damit kommen wir zum Problem:

Nur weil man einen Codeplug auf dem Gerät hat (am Besten noch aus dem Netz kopiert), ist man leider noch nicht in die Materie eingearbeitet. Es ist absolut sinnvoll und notwendig, sich mit den Funktionen und Regeln im Brandmeister-Netz vertraut zu machen. Es ist dringend empfehlenswert, z. B. unter Anleitung im OV einen Codeplug für sein Gerät zumindest in Ansätzen selber zu entwickeln. Dies führt zu einem Verständnis des Systems und verhindert, dass andere Nutzer im Netz gestört werden. Was meine ich damit?

  • Viele OM führen lokalen Klönschnack auf der Talkgroup 262 (Deutschland) durch. Diese bedeutet, dass mein „Alsterspaziergang“ oder eine „Diskussion um eine OV-Antenne“ deutschlandweit auf jedem DMR Relais ausgestrahlt wird und damit der Zeitschlitz 1 (TS1) für alle Nutzer in DL blockiert wird. Was wäre hier zu tun? Besser wäre es, wenn man nach der Kontaktaufnahme über TG 262 auf die TG9 (Lokal) im Zeitschlitz 2 (TS2) wechselt wenn man z. B. auf dem gleichen Relais spricht oder auf eine alternative Talkgroup wie z. B. TAC1 – 4. Ein Verzeichnis der Talkgroups gibt es hier. Um diese Betriebstechnik umzusetzen, muss der Codeplug entsprechend programmiert sein. Damit sind wir wieder beim Thema „Verständnis des Systems“
  • Auch sehr beliebt auf TG 262: Eine Verbindung zwischen zwei OM funktioniert einfach nicht. Der Grund ist eigentlich gleichgültig, man hört sich nur mit Unterbrechern. Hier sollte man dann konsequent abbrechen an statt eine halbe Stunde sich zu erzählen, dass man sich nicht gut hört und damit deutschlandweit für Verdruss sorgt.
  • Testen: In beiden DMR Netzen gibt es Echo-Funktionen, die einem helfen, die eigene Aussendung zu prüfen. Bei Brandmeister heisst der Papagei Parrot und ist hier erklärt. Es ist nicht notwendig, dies auf TG 262 deutschlandweit durchzuführen.

Fazit: DMR in Verbindung mit dem Brandmeisternetzwerk erscheint mir derzeit als die attraktivste und leistungsfähigste der drei Alternativen:

  • Hohe Relaisdichte in DL und Europa
  • Sehr hohe Funktionsvielfalt
  • Gute Bandbreite bei den Geräten, von preiswert und gut bis zu professionell und teuer.
  • Aber: Einarbeitungsaufwand tendenziell höher, um Funktionsvielfalt und optimale Betriebstechnik zu erschließen.

Ich bin weiterhin mobil in C4FM qrv, da wir eine gute Relaisinfrastruktur haben und die Geräteeinbausituation im Fahrzeug derzeit mit DMR-Geräten nicht zu angemessenen Kosten für mich realisierbar ist. Portabel und vom Heimatstandort bin ich zunehmend in DMR qrv. FM reduziert sich mittlerweile auf das Krefelder Relais DM0KR.

Unerfreulich bleibt für mich weiterhin der Zersplitterungseffekt, den die verschiedenen Spielarten des digitalen Funks auf die Funkamateure ausübt. Das fängt im eigenen OV schon an, wo es praktisch nicht mehr möglich ist, eine Anruffrequenz gemeinsam festzulegen. Aber so ist das das eben in der vielfältigen Welt des Amateurfunks. Für Fragen und Meinungen gerne die Kommentarfunktion nutzen.

73, Uwe – DL2UL

 

Besuch beim 47. Amateurfunkmarkt in Dortmund

Nach einigen Jahren, in denen ich den Amateurfunkmarkt in Dortmund nicht besucht habe, war es für mich mal wieder an der Zeit, dieser Traditionsveranstaltung eine Besuch abzustatten. Gesagt, und nach Klärungen mit der XYL auch getan. Der Dortmunder Amateurfunkmarkt ist nicht nur einfach ein Flohmarkt mit vielen Anbietern neuer Waren sondern auch ein beliebter Treffpunkt mit einer großen Cafeteria, die Zeit und Gelegenheit für den direkten Klön der Funkamateure bietet. Gleich vorweg: So war es auch in diesem Jahr.
Einige Tage vorher hatte ich die Idee, dass doch eine gemeinsam OV-Frequenz für die Veranstaltung eine gute Sache wäre, um sich zu treffen und ggf. In Kontakt zu bleiben. Das habe ich dann auch gleich mal in unserer WhatsApp Gruppe gepostet. Resonanz: Null! Die Funkamateure hatten keinen Bedarf für eine gemeinsame QRG. Ok, dann ist das so.
Auf der Fahrt zum Amateurfunkmarkt hatte war ich auf den C4FM Frequenzen sowie auf der FM 2 Meter Anruffrequenz QRV. Einige nette QSOs auf C4FM verkürzten die Anfahrt und, der Hammer: Auf Höhe Bochum ein CQ-Ruf auf 2 Meter, und schon war ich im QSO mit unserem Freund Volker, DJ8VW vom OV-Kempen, mit dem ich mich dann auf dem Parkplatz getroffen habe. Dazu kam dann noch Christoph Profft von den Radiofreunden NRW. Amateurfunk verbindet! Was aus meiner Sicht wirklich teuer ist, das ist die Parkplatzgebühr von 7 EUR, die allerdings von der Messegesellschaft zu verantworten ist und nicht vom Team des Amateurfunkmarktes.
Nach einem ordentlichen Andrang an den Kassen haben wir uns dann in den Markt gestürzt, der sehr gut besucht war. An vielen Ständen waren 2er Reihen und es war echt Geduld gefragt. Von den großen Händlern war die Fa. Difona, QRP-Project mit Peter Zenker DL2FI sowie einige Antennenbauer wie z. B. die Fa. Anjo vor Ort. Eine große Anzahll von Flohmarktständen hielt ein erhebliches Angebot mit gebrauchten Geräten und Komponenten bereit. Hier kann ich allerdings nur immer wieder dazu raten, genau hin zu sehen. Manche Anbieter wollen da auch einfach ihren Elektroschrott vergolden. Ich hatte den Eindruck, dass der digitale Funk, hier insbesondere DMR, mächtig auf dem Vormarsch sind. Difona hatte einen starken Schwerpunkt mit hochwertigen aber auch teuren Hytera Geräten aber auch die sehr preiswerten Retevis und Tytera-Geräte gingen über die Tische.
Die Cafeteria war wieder brechend voll und es gab  einige Stammtische und Treffpunkte. Der Andrang zeigte, wie wichtig den Ömern der persönliche Austausch war und ich finde, dieser Bereich könnte etwas größer bemessen sein. Zwischendurch dann auf einmal bekannte Gesichter: Eine Abordnung vom Romeo 10 und noch weitere Krefelder Mitglieder vom R10 war dann doch eingetroffen und stürzten sich in das Geschehen. Über alles war es ein interessanter Besuch auf dem Dortmunder Amateurfunkmarkt. Und die Beute? Bei mir wurde es eine Richtantenne von Anjo für 2 Meter und 70 cm mit Halter für ein Handfunkgerät. Also wieder ein Ausrüstungsteil für meine mobilen Aktivitäten. Sie soll vor Weihnachten geliefert werden. Ich hoffe das Beste.
73, Uwe – DL2UL

Bluetooth headset am Yaesu FTM-400 – Gewinn an Komfort und Sicherheit

Ausgelöst durch die Gesetzesinitiative, die darauf abzielt, dass wir demnächst unsere Funkgeräte nicht mehr mit Handmikrofon betreiben dürfen, habe ich mich auf dem Markt mal umgesehen. Siehe da, für mein FTM-400 gibt es einen Bluetooth-Chip, den BU-2. Dieser Chip ermöglicht es, sehr viele handelsübliche Bluetooth headsets mit dem Funkgerät zu koppeln. Nun habe ich es ausprobiert und den BU-2 Chip bei Wimo bestellt. Natürlich ist der Preis von 95,00 EUR eine Unverschämtheit, wie das im Zubehörmarkt so üblich ist.

Der Einbau war super einfach. Das Teil wird einfach auf einen Sockel gesteckt. Anschließend erkennt das FTM-400 den Chip und man kann ein Headset verbinden. In meinem Fall ein Plantronics Modell, welches ich noch übrig hatte. Nun, ich fahre jetzt 2 Wochen damit und bin mobil qrv. Sowohl mit VOX als auch manuell. Wenn im Auto kein Radio läuft, funktioniert die VOX einwandfrei im Betrieb. Aber auch die Tastung am Headset funktioniert prima. Der Audiokomfort ist durch das Headset sehr angenehm. In der Einstellung Auto wird der Lautsprecher des Hauptgerätes abgeschaltet.

Eine sehr schöne Lösung für den Mobilbetrieb. Auch wenn es gesetzlich nun noch nicht gefordert wird. Wer dazu Fragen hat kann mich gerne kontakten.

Meinung: Bündeln statt Spalten im Hobby Amateurfunk

Das Hobby Amateurfunk befindet sich seit vielen Jahren in einem sehr schwierigen Umfeld. Die Anzahl der Funkamateure nimmt generell ab, die der organisierten Funkamateure, die für eine wirksame Interessenvertretung gegenüber Politik und Wirtschaft besonders wichtig sind, folgt diesem Trend. Um es mal deutlich zu sagen: Der Amateurfunk schrumpft und das auch bei uns in der Region. In diesem Umfeld sind die wenigen Ortsverbände, die im Distrikt Nordrhein des DARC aktive Vereins- und Ausbildungsarbeit machen, von besonderer Bedeutung.

Jeder, der schon mal in einem OV des DARC war, weiss, wie unterschiedlich die „Typen“ dort sind,  manchmal glaubt man gar nicht, dass diese Leute alle an einem Strick ziehen. Aber das macht ja gerade den Reiz aus, denn jeder kann irgendetwas beitragen und die Bündelung von Fähigkeiten, Vorlieben und Interessen führen in der Regel zu einem aktiven Mix, zu einem lebendigen OV. Selbst OM, die ihren Schwerpunkt nicht im aktiven Funkbetrieb haben, bereichern den OV: Sie haben z. B. besonders gute kommunikative Fähigkeiten und präsentieren den OV in der Öffentlichkeit. Oder sie sind gute Netzwerker, finden Ansprechpartner, schaffen es, eine Räumlichkeit für regelmäßige Treffen zu beschaffen und zu betreiben. Wieder andere sind geborene Ausbilder oder haben Fähigkeiten im Bereich von IT-Technik oder Antennenbau. Die Kette ließe sich fortsetzen. So erlebe ich es seit vielen Jahren in meinem Ortsverband, dem Romeo 10 in Mönchengladbach. 

Wenn man nun erlebt hat, wie wichtig in einem „schrumpfenden“ Umfeld die Bündelung von Mitgliedern mit Interessen ist, dann frage ich mich, wie vollkommen irre es ist, neben 5-10 dahin siechenden Ortsverbänden im Distrikt R noch einen neuen R57 zu gründen, der dann wiederum anfängt, den wenigen aktiven und erfolgreichen OV sowohl Mitglieder als auch wichtige Talente, z. B. im Bereich Ausbildung abzuwerben. Und wir sprechen hier nicht davon, dass Mitglieder mal den OV wechseln sonder wir sprechen von aktiver „Kaltakquise“. Damit werden bestehende, gewachsene Ortsverbände, die sich um aktive OV-Arbeit bemühen, geschwächt, denn machen wir uns nichts vor: Ein aktiver OV benötigt immer einen harten Kern, eine positiv kritische Masse an OM, die Aktivitäten voran treiben und die anderen auch mit ziehen.

Meine Einschätzung: Diese OV-Gründung ist völlig daneben, widerspricht dem Hamspirit und entspricht nicht der Intention der DARC Satzung. Ich halte die erteilte Genehmigung für falsch. Sie spaltet die Kräfte im Amateurfunk in unserer Region  und schadet unserem Hobby. Kräfte und Talente bündeln an statt zu spalten, das sollte die Richtung sein. Die Motive und die Hintergründe für eine Genehmigung dieser OV-Gründung stelle ich absolut in Frage. Die handelnden Personen agieren teilweise destruktiv. Meine Hypothese: Nicht das Wohl des Amateurfunks stand hier Pate sondern persönliche Eitelkeiten und die sind kein positiver Treiber für unser Hobby. Es gibt absolut nichts, was ein bestehender OV wie z. B. der Romeo 10 oder der Romeo 05 oder auch noch andere OV im Distrikt R nicht auch bieten könnten und darüber hinaus vieles mehr.

Einer meiner Leitsätze im Hobby lautet: „Freuen wir uns über jede lebendige Aktivität im Amateurfunk.“ Dies gilt hier leider nicht, denn wir müssen bei allen Aktivitäten immer auch die Frage stellen: Wo führt das hin? Ich hoffe, dass der Spaltpilz im Distrikt R überwunden werden kann, daher stellt sich dieser Meinungsbeitrag der Fehlentwicklung „OV Gründung R57“ entgegen. Ich wünsche meinem OV R10 Mönchengladbach und seinen befreundeten Ortsverbänden  viel Erfolg bei allen Aktivitäten und viel Spaß bei der Kooperation mit ebenfalls aktiven und positiven Ortsverbänden in der Nachbarschaft.

73, de Uwe – DL2UL

Neues EMVG: Schutz von Amateurfunk und Radioempfang im freien Fall – Geben wir auf? Niemals!

Wenn man die DARC Berichte zu den Vorgängen im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum neuen EMVG liest, dann kann man als Funkamateur schon Frust schieben. Während der Amateurfunk in anderen Ländern wie z. B. den Vereinigten Staaten höchste Wertschätzung erfährt, reicht es in DL nicht mal mehr für Rechtsmittel und wirksame Maßnahmen der Bundesnetzagentur bei klar identifizierten Störquellen und dieser Zustand wird festgeschrieben. Die Wirtschaftslobby hat wieder ganze Arbeit geleistet. Was tun wir?

Ein immer wieder gerne genutztes Argument der Amateurfunkgegner sind die fehlenden Störmeldungen der Funkamateure. Wir schreiben einfach zu wenige Störmeldungen und damit werden die Beeinträchtigungen nicht ausreichend aktenkundig. Das kann nur eins bedeuten: Jede Störung des Amateurfunkdienstes sollte der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Das ist im Grunde ganz einfach: Hier einige Tipps:

  • Meldung  per E-Mail an: funkstoerung@bnetza.de oder per Telefon 04821/895555
  • Immer eine Kopie an darc@darc.de senden
  • Möglichst genaue Angaben zur Störung
  • Folgende Fragen sollten in der Mail oder am Telefon beantwortet werden:
    • Was wird gestört, möglichst welche konkrete Frequenz ist betroffen
    • Wir wirkt sich die Störung aus?
    • Wie häufig und zu welchen Zeiten treten die Störungen auf?
    • An welchem Ort tritt die Störung auf?
    • Kann ein Gerätefehler ausgeschlossen werden?
    • Wurde bereits eine Prüfung durch eine Fachfirma veranlasst?
    • Wie und wann sind wir für Rückfragen und die weitere Störungsbearbeitung gut erreichbar?

Neben den zahlreichen Störungen auf den Kurzwellenbändern breiten sich auch in VHF und UHF die Störungen ungehemmt aus. So z. B. durch die Digitalisierung des Kabelfernsehens, die zu einer erheblichen Ausweitung des Problems bei undichten Kabelfernsehnetzen führt. Ich habe das aktuell in Tönisvorst festgestellt und gemeldet. Es wird der gesamte 2 Meter Afu-Frequenzbereich unbenutzbar. Man hört im Umfeld der Störquelle da kein Relais mehr. Nur wenn wir durch Störmeldungen hier eine behördliche Wahrnehmung schaffen, haben wir überhaupt noch Aussicht auf Veränderung, so klein sie auch immer sein mag. Nur wer aufgibt, hat bereits verloren.

73, Uwe – DL2UL

Ein Wochenende voll Amateurfunk

Am Freitag haben wir uns wieder beim OV-Abend des Romeo 10 in Mönchengladbach getroffen. Kurzer Überblick über die aktuellen Aktivitäten, schöner Austausch mit OV-Kameraden über aktuelle Funkerlebnisse oder kleine Projekte oder auch Erlebnisse mit der Bundesnetzagentur. Auch die Rechnungen über EMV- und Frequenznutzungsgebühren sind bei vielen OM eingetroffen.

p1010061Am Samstag war dann Infonachmittag für den neuen Klasse E Lehrgang der Ortsverbände Möchengladbach und Nettetal im Gladbacher „Headquarter“.  Dazu gab es rechtzeitig eine schöne PR-Arbeit von Michael,  DB9DX und OVV Fritz, DO1OZ. Ein schöner Fernsehbeitrag des Lokalfernsehens Citivision (Link entfernt)  und passend am Samstag Morgen in der RP ein großer Artikel zum Amateurfunk. Update 20.11.2016: Leider musste Cityvision den Fernsehbeitrag wieder entfernen, da ein Mitglied unseres OV’s seine Persönlichkeitsrechte beeinträchtigt sah.

Am Sonntag habe ich mich dann noch mal mit D-Star, DMR und C4FM beschäftigt und mit diversen QSO-Partnern Meinungen ausgetauscht. Wie üblich hat jeder seine eigene Ansicht und ich habe meine jetzt weiter gefestigt.  Auch wenn die technischen Möglichkeiten im DMR sehr professionell sind und die Sprachqualität wirklich gut ist: Ich möchte gerne im UKW-Amateurfunk Geräte betreiben,

  • die ich einfach nach dem einschalten für QSOs nutzen kann ohne dauernd über Updates nachzudenken und mich durch diverse neue Netzbaustellen zu lesen, wenn ich mal ein paar Wochen nicht QRV war,
  • die ich einfach beim Spaziergang mit Hund mitnehmen und dann auch nutzen kann, da die Relaisinfrastruktur in meiner Wohngegend das auch ermöglicht,
  • bei denen ich mal eben eine Frequenz einstellen kann ohne dass ich das Gerät am PC programmieren muss,
  • mit denen ich mich einfach auf das Gespräch konzentrieren kann, ohne permanent darüber zu reden, dass es klötzelt oder man irgendwo gehört wird und woanders nicht,
  • bei denen ich mit Hilfe der mitgelieferten Bedienungsanleitung und dem gelieferten Gerät nach entsprechender angemessener Einarbeitung zum QSO-Erfolg komme, ohne tagelang Codeplugs im Netz zu suchen, Treiber zu installieren, Programmiersoftware zu suchen, Yahoo-Gruppen zu durchwühlen oder Google tagelang zu bemühen.

Fazit: Ich werde weiter die digitalen Betriebsarten beobachten und je nach Lust auch probieren aber ich werde mein Icom ID 5100 aus dem Auto ausbauen und durch ein FTM-400 ersetzen. Dieses Gerät bietet mir für meine bevorzugten Betriebsarten den besten Mix: Analoger UKW FM Sprechfunk, APRS und zunehmend C4FM Sprechfunk. DMR kommt für mich als „every day use“ nicht in Betracht, da viel zu komplex und nicht für Amateurfunk designed.

06.11.2016 / Uwe – DL2UL

Erste Eindrücke zum Yaesu FTM-100

Die bisherigen ermutigenden Versuche mit der digitalen Betriebsart C4FM machen Lust auf mehr. Aufgrund der regional noch sehr geringen Relaisdichte reicht die Leistung eines Handfunkgerätes nicht aus, um komfortabel mit den derzeit vorhandenen Relais Betrieb zu machen. Ich habe mich daher zum Kauf des FTM-100 von Yaesu entschlossen, welches bis zu max. 50 Watt Leistung zur Verfügung gestellt. Im Prinzip muss man sich hinsichtlich Bauform und Display dieses Gerät vorstellen als digitalen Nachfolger der Yaesu FT-7800/7900 allerdings mit weit mehr Funktionen.

Das Gerät ist ein Gerät mit zwei VFOs allerdings nur einem Empfänger, somit also kein echter Dualbander. Alle digitalen Funktionen in C4FM (also auch der automatische AMS-Betrieb, das Erkennen der Betriebsart) werden unterstützt. Darüber hinaus steht ein GPS-Empfänger und volle APRS-Fähigkeiten zur Verfügung.

Mit im Lieferumfang ist neben Halterung, 3 Meter Kabel zum Absetzen des Bedienteils sowie ein DTMF-Handmikrofon auch ein Programmierkabel. Treiber gibt es auf der Seite von Yaesu zum Download, nicht aber eine Programmiersoftware. Ich habe mich für die Software von RT-Systems in der Downloadversion entschieden. Die Software arbeitet unter Windows 7 einwandfrei mit der Cloning-Funktion und dem Kabel des Gerätes zusammen und kann auch die Micro-SD-Karte lesen und beschreiben.

So sind dann heute auch die ersten digitalen QSOs über das Gladbacher Relais DB0DNR gelungen. Sehr gute Sprachqualität, schon im schmalen DN-Modus und stabile, klare und störungsfreie Kommunikation über das Relais machen einfach Spaß. GPS-Daten wurden sofort mit übertragen. Ein schönes Gerät mit vielen Funktionen, die nun weiter erschlossen werden wollen.

10.01.2016 / DL2UL

Neues Spielfeld: C4FM

Im November 2015 habe ich davon erfahren, dass der DARC OV Mönchengladbach plant, ein neues 70 cm Relais aufzubauen. Dieses Relais soll ein Multimode-Relais mit der von Yaesu derzeit stark promoteten Betriebsart C4FM werden, darüber hinaus wird auch FM unterstützt. Das war für mich der Auslöser, mich mal mit C4FM zu beschäftigen, einer digitalen Alternative zu D-Star. Erwartungen aus Gesprächen mit anderen OM: Sehr gute Sprachqualität, einfache Handhabung, stabile Verbindungen.

Und dann passierte es: Preisverfall machte das Yaesu FTD-1 Handsprechfunkgerät schmackhaft und dieses Gerät ist wirklich ein Funktionswunder. Und wo soll man C4FM in der Region  machen? Antwort: Zwischenzeitlich sind hier vier Relais von meinem Standort erreichbar:

  • DO0DNR (439.587,5 Mhz, -7,6 Ablage, 123 Hz CTCSS)
  • DB0OTV (noch im Testbetrieb, 439.500 Mhz, -7,6 Ablage, 123 Hz CTCSS)
  • DB0WE (Essen, 438.500 Mhz, -7,6 Ablage)
  • DB0KLL (Kall in der Eifel, 438.250 Mhz, -7,6 Ablage)

Aber das Salz in der Suppe: Der DV4mini Stick, der sehr problemlos an einem Raspberry einen Hotspot zur Verfügung stellt, und der neben C4FM auch D-Star und DMR oder APCO kann. Ich nutze den Stick hauptsächlich für C4FM und die Verlinkung in den Reflektor FCS001. Leider kann der Stick nicht in das WIRES-X Netz von Yasesu verlinken. Aber es gibt bereits erste Versuche, beide Netze mit einander zu verknüpfen. Irgendwie werden die Hersteller nicht schlau. Auch das geschlossene D-Star Netz ist heute lange von der Wirklichkeit überholt worden. Und die haben ebenso Repeater-Hardware gesponsort wie Yaesu.

Was macht nun in C4FM schon Spass?

Sprachqualität ist digital wirklich top und D-Star klar überlegen.  Verbindungsqualität ist sehr stabil. Reichweite (d. h. Entfernung, bei der störungsfreie Kommunikation möglich ist) erscheint mir bei C4FM höher als bei FM. Ist aber auch bei D-Star gut.

C4FM ist unkomplizierter als D-Star. Keine Anmeldung bei irgendeinem Netzwerk. Einfach Rufzeichen in Funkgerät eingeben und loslegen. Aber Schwarzfunker aufgepasst: Jedes Gerät kann über eine Geräte-ID einwandfrei identifiziert und auch gesperrt werden.

Mit Hilfe des DV4Mini ist die Anbindung an den Deutschlandreflektor eine schöne Sache und bringt viele schöne Verbindungen.  Erste Verbindungen sind auch über den neuen Gladbacher Repeater DO0DNR gelungen.

Was macht mich nachdenklich?

Die Trennung der Netze in WIRES-X und freiem Fusion Reflektor Netz. Das wird sich aber auswachsen. Ziel muss es doch sein, möglichst viele Nutzer zusammen zu führen.

Die Relaisfrequenz von DO0DNR ist in Köln auch an DB0TUV (D-Star) vergeben. Das führt bereits bei wenigen Nutzern zu Kollisionen und wird nicht gut gehen. Ärger ist aus meiner Sicht vorprogrammiert, spätestens wenn mehr OM in C4FM über DO0DNR funken. Wir werden sehen.

Über allem schwebt natürlich die Frage: Benötigen wir wirklich so viele digitale Betriebsarten? Splittert das die Amateurfunkgemeinde nicht auf? Dazu hat jeder seine eigene Meinung. Wenn aber nichts Neues probiert wird, gibt es jedenfalls keinen Fortschritt.

Insgesamt wieder schöne neue Spielfelder in unserem Hobby.

03.01.2016 / DL2UL

 

D-Star mit DV-Megaboard auf Raspberry PI

Seit einigen Jahren nutze ich neben der Betriebsart FM auf UKW auch D-Star. Auch wenn D-Star bereits viele Jahre in DL genutzt wird, ist die Verbreitung von D-Star Repeatern regional sehr unterschiedlich. Darüber hinaus konfiguriert jeder Sysop sein Relais individuell und da gibt es wahrlich viele Spielarten. Ergebnis: D-Star kann mit einem Relais funktionieren, muss aber nicht. Ein Repeater kann an das Internet angebunden sein, muss aber nicht.

Meine Erfahrung hier in Krefeld: Hier steht z. B. der Repeater DB0KX in Viersen Süchteln zur Verfügung (438.400 Mhz, -7,6 Mhz Ablage). Der Standort ist prima, die Betreuung ist kundig. Derzeit wird das Relais nach Angabe des Sysops mit eine DV4mini-Stick an das DCS Reflektornetz angebunden. Ich finde, die Anbindung über die DCS-Reflektoren sind das Salz in der Suppe. Soweit so gut. Aber auch hier kann der Teufel im Detail liegen.

Meine Funkhardware für D-Star: Ein Icom ID51E Handfunkgerät sowie ein Mobilgerät Icom ID5100E. Beides prima Geräte, mit denen ich über fast alle Repeater in der Region arbeiten kann, wenn ich in Reichweite bin. Leider tritt an DB0KX jedoch folgendes Verhalten auf: Der Beginn der Aussendung des Relais können die beiden Geräte nicht decodieren. Sie erkennen erst nach mehreren Sekunden vielleicht ein D-Star Signal und decodieren dann etwas später. Ergebnis: Keine vernünftige Kommunikation möglich.

Das Relais DB0UHC in Grevenbroich funktioniert in D-Star einwandfrei, ist aber mobil nicht überall in Krefeld zu arbeiten, vom Handfunkgerät schon gar nicht. Das Relais DB0OTV in Meerbusch (auch D-Star) hat leider einen zu geringen Versorgungsbereich und ist selten in das Reflektornetz verlinkt. Es ist schon im benachbarten Krefelder Südwesten mit dem Handfunkgerät nicht mehr zu nutzen. Auch die Relais im Ruhrgebiet sind nur per Dachantenne an der Station nutzbar.

Die Lösung: Ein Hotspot auf Basis eines Minicomputers, dem Raspberry PI. Hier habe ich mich für die Lösung mit dem DV-Megaboard entschieden. Die Lösung ist im Netz gut dokumentiert und läuft absolut stabil, bei sehr geringem Stromverbrauch. Tagelanger Akkubetrieb ist problemlos möglich. In Verbindung mit einer Internetanbindung z. B. über den privaten Hotspot des iPhones schafft eine sehr flexible Lösung auch für Unterwegs. Das Funkgerät ist dabei das ID51E oder auch das ID5100. Auch das Umschalten der Reflektorräume kann sehr schön mit den Speichern der Funkgeräte komfortabel gestaltet werden.

Positiv finde ich auch: Mittlerweile ist auf D-Star echt Betrieb. An diesem Wochenende habe ich meine Geräte auf D-Star, C4FM und FM sehr lange laufen lassen.  Deutlich der meiste Betrieb war auf D-Star, Reflektor Deutschland, gefolgt vom analogen DB0KX (lokales Relais in Viersen) und auch schon C4FM, FCS001 Reflektor Deutschland.

03.01.2015/DL2UL

Fotoshooting bei beim Saisonausklang des Modellbauclubs Krefeld

Das Schaufahren im Freibad Krefeld Hüls ist eine traditionelle Veranstaltung des Modellbauclubs Krefeld. Bei herrlichem Herbstwetter ein schönes Ziel für Fotografen. Ich war unterwegs mit Olympus OMD-EM 5, die Bilder sind mit dem Oly 40-150 mm, f/2.8 aus der Pro-Serie entstanden. Weitere Bilder gibt es hier.

27.09.2015 – ul.